[Mo] Auswertung der dritten Runde der 64. MO
Hans-Gert Gräbe
graebe at informatik.uni-leipzig.de
Fr Mär 7 10:08:39 CET 2025
Liebe Freunde der Mathematik-Olympiade,
bisher liegt mir nur eine Teilauswertung der dritten Runde der 64. MO
von Sachsen vor. Wegen der vorläufigen Haushaltsführung in Sachsen
standen Mittel für diese Runde nur in beschränktem Umfang zur Verfügung,
was zudem auch erst relativ kurzfristig kommuniziert wurde. Die dritte
Runde wurde deshalb auf einen Tag verkürzt und es wurden nur 3..4
Aufgaben gestellt.
Es gab wieder einen Wettbewerb in Klasse 9-12. Die Klausuren wurden
dezentral an drei Stützpunktschulen geschrieben, die Korrektur erfolgte
zentral in Chemnitz, die Siegerehrung online. In Klasse 6-8 wurden wie
bisher auch drei Regionalwettbewerbe durchgeführt. Anbei die mir bisher
vorliegenden Auswertungen.
Mehr zum Thema "Auswertungen und Meinungen zu den Aufgaben der
Mathematik-Olympiade" siehe
<https://www.mathematik-olympiaden.de/moev/index.php/olympiaden/rueck>
oder <https://hg-graebe.de/MO-Auswertung/index.html>.
Mit freundlichen Grüßen,
Hans-Gert Gräbe
--
Prof. Dr. Hans-Gert Graebe, Univ. Leipzig
Hochschullehrer im Ruhestand
tel. : +49-172-7622013
email: hgg at hg-graebe.de
Home Page: http://www.informatik.uni-leipzig.de/~graebe
-------------- nächster Teil --------------
Auswertung Matheolympiade (tille, Sachsen Kl. 9-12, Stufe 3)
Durchschnittlich erreichte Punktzahl in Prozent der Höchstpunktzahl
Klasse | TN | A1 A2 A3 A4 A5 A6
=============================================
09 | 33 | 72 71 29 33
10 | 21 | 84 65 43 41
11 | 15 | 22 41 28 28
12 | 9 | 39 40 37 44
Allgemeiner Kommentar:
Wegen zu geringer Mittel im Landeshaushalt musste die dritte
Stufe auf einen Tag verkürzt und die Klausuren dezentral an
Stützpunktschulen geschrieben werden.
Bemerkungen zu einzelnen Aufgaben:
640933: Bis auf wenige Spitzenschüler hatten die
Teilnehmer arge Schwierigkeiten mit dem Zugang zur Aufgabe. Damit ergab
sich eine deutliche Zweiteilung in Schüler mit rudimentärem Zugang zur
Aufgabe und denen, die die Aufgabe fast richtig gelöst haben. Alle
erfolgreichen Lösungen gingen wie in der Musterlösung vor. Mehrere Versuche
mit einer Strategie, dass die Zahl der Haufen nach jeder Runde ein
Vielfaches von 3 ist, was Anton erzwingen kann, was aber nicht mehr klappt,
wenn nur noch Haufen mit weniger als 3 Steinen vorhanden sind. (graebe)
640936: Sehr wenige Lösungsansätze bei b); der
Teil war wohl etwas schwer. Oft zu knappe Begründungen sowie Angabe der
Lösung, aber keinen Beweis, dass es nur diese eine geben kann. (ella
hutschenreiter)
641032: Aufgabe eigentlich sehr nett, da ohne viel
Rechnerei lösbar, was aber nur von wenigen Schülern umgesetzt wurde.
Stattdessen Anwendung analytischer Geometrie. Oft Rechenfehler und
unbegründete Annahmen. (m. walter)
641033: Siehe 640933. In Klasse 10 deutlich besser
ausgefallen als in Klasse 9.
641036: Typische Fehler: Bei a) nur Angabe der
Lösung ohne Begründung. Oft nicht ausreichend begründet, dass keine weiteren
Lösungen existieren. (b. käßemodel)
641231: Aufgabe angemessen, aber vielleicht nicht
als erste Aufgabe. Gut war, dass a) und b) auf c) vorbereiten. Bei Ansätzen
über Modulo-Rechnung wurden Fälle wie $\ldots\equiv 0\pmod{4}$ nicht
genügend berücksichtigt. Generell wurde bei diesen Ansätzen oft nicht
$\pmod{2}$ verwendet. (a. noack)
641232: Eine Punktkonstalleation für die Ecken von
$w_2$ wurde oft gefunden, aber selten ausreichend begründet oder die
Konstruktion hinreichend beschrieben. Lösungen durch Drehung und
Streckung. Eine Lösung, bei der $w_2$ als Seitendiagonale die Seitenlänge
von $w_1$ hat und die Eckpunkte auf allen 6 Seiten von $w_1$ liegen.
(c. schulze)
641233: Ist OEIS A157238. Schwierigkeit für eine
dritte Aufgabe angemessen. Typischer Schülerfehler: Verwechseln von
"beliebig groß" und "unendlich groß". (hellig)
641234: Aufgabe an sich gut, Nachteil ist, dass
Rechenfehler am Anfang gravierende Auswirkungen haben. Existenzbegründung
fehlt oft, Wissen ungenügend, schwache Begründung der extremen Lage.
(goering)
Auswertung Matheolympiade (winter, BK Leipzig 6-8 (noch 2024), Stufe 3)
Durchschnittlich erreichte Punktzahl in Prozent der Höchstpunktzahl
Klasse | TN | A1 A2 A3 A4 A5 A6
=============================================
06 | 25 | 65 65 65
07 | 22 | 60 45 10
08 | 23 | 64 12 25
Allgemeiner Kommentar:
Wegen zu geringer Mittel im Landeshaushalt musste die dritte
Stufe auf einen Tag verkürzt werden.
Bemerkungen zu einzelnen Aufgaben:
640631: Schwierigkeit war angemessen. Viele
Lösungen durch Probieren. (hoffmann, hauspach)
640632: Interessante und eindeutige
Aufgabenstellung mit angemessenem Schwierigkeitsgrad, die uns gut gefallen
hat. In jedem Fall wurden die 3 Lösungen gefunden. Die \emph{Bedingungen}
lagen bei den meisten Schüler/innen nicht explizit vor. Wenn in die
Darstellung des Lösungswegs diese eingearbeitet wurden, haben wir sie aber
mit Punkten belohnt. (g. schüler)
640633: Angemessene Schwierigkeit, eindeutige
Formulierung. Begründungen oft ohne Rechnungen. Geschwindigkeit als Konzept
aus Physik vermutlich noch nicht bekannt. (herrmann, glaser)
640731: Eindeutigkeit der Lösung teilweise nicht
nachgewiesen. (schmidt)
640732: Häufig führende Nullen nicht
ausgeschlossen und nicht \emph{genau} zweimal Ziffer 3. (schmidt)
640736: Strahlensatz wäre zur Begründung
hilfreich gewesen, ist aber in Klasse 7 noch nicht bekannt. (schmidt)
640831: Schöne Aufgabe. Eindeutigkeitsnachweis
fehlte häufig.
640832: Schöne Geometrieaufgabe, allerdings
deutlich zu schwer für den Teilnehmerkreis. Die Skizze suggerierte, dass
das Viereck ein Drachenviereck ist. Die meisten Schüler fanden keinen
Zugang zur Aufgabe. Einige setzten voraus, dass $P$ der Mittelpunkt des
Kreises ist. Auch weitere unbegründete Annahmen führten zu Spezialfällen.
Ein einziger Teilnehmer mit voller Punktzahl, alle anderen davon weit
entfernt. (graebe)
640833: Klare Aufgabenstellung, aber sehr schwer
zu korrigieren, da Kenntnisse zum Rechnen mit Resten kaum vorhanden waren.
Die Verallgemeinerung erkannter Gesetzmäßigkeiten fiel extrem schwer. Ein
schöner Ansatz zeigte (auf verschiedene Weise und verschieden rigoros) $9^n
\equiv 9\mod{72}$, was Zerlegung in Teilbarkeit durch 8 und 9 vermied.
(graebe)
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